Natürlicher Klimaschutz

Wald
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Natürlicher Klimaschutz

Entwurf Aktionsprogramm

Illustration - Kröte sitzt in einer Moorlandschaft mit Bäumen, Büschen und Wasserstellen
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Klimaschutz mit Naturschutz verbinden

Intakte Ökosysteme sind natürliche Klimaschützer. Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer, naturnahe Grünflächen in der Stadt und auf dem Land binden Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre und speichern es langfristig. Natürlicher Klimaschutz verbindet den Schutz von Klima und Natur. So wirkt er der ökologischen Doppelkrise aus Erderhitzung und Artenaussterben gezielt entgegen. Dafür hat Bundesumweltministerin Steffi Lemke den Entwurf für ein "Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz" vorgelegt.

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Steffi Lemke im Rahmen eines Moorbesuchs in den Möllmer Seewiesen bei Oranienburg (Brandenburg)

Entwurf: Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Der Entwurf des "Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz" (ANK) sorgt dafür, dass Ökosysteme wie Wälder und Meere gestärkt, wiederhergestellt und bewahrt werden. Damit bleiben sie gleichzeitig Klimaschützer und Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Bis 2026 stehen für die verschiedenen Maßnahmen insgesamt vier Milliarden Euro zur Verfügung. Ein wesentlicher Bestandteil ist unter anderem die Wiederherstellung und Wiedervernässung von Mooren.

Video

Video: Steffi Lemke zum Schutz der Moore

Ökosysteme schützen und stärken – Die Maßnahmen

Der Entwurf des "Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz" umfasst alle notwendigen Schritte, um Ökosysteme wie Wälder und Meere zu schützen und zu stärken. Als Speicher für Kohlendioxid und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Die Maßnahmen reichen von der Erfassung des Zustands der Ökosysteme über die Erforschung der Ursachen für diesen Zustand, die Entwicklung geeigneter Gegenmaßnahmen bei einem schlechten Zustand bis zur dauerhaften Umsetzung von Maßnahmen. Insgesamt werden 64 Maßnahmen in zehn Handlungsfeldern vorgeschlagen.

Wäder & Städte

Moor

Nationale Moorschutzstrategie umsetzen

Moore sind wichtig als Lebensräume für Tiere und Pflanzen, für einen funktionierenden Wasserhaushalt und als Kohlenstoffspeicher. 92 Prozent der Moorböden sind aber derzeit entwässert und können diese Funktionen nicht erfüllen. In Deutschland werden dadurch jährlich 53 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt. Es ist deshalb wichtig, diese Böden wiederzuvernässen und Moore zu schützen. Dafür sorgt die Nationale Moorschutzstrategie, deren Umsetzung Bestandteil des ANK ist.

Auenlandschaft der Elbe

Naturnahen Wasserhaushalt wiederherstellen

Ein naturnaher Wasserhaushalt schützt gegen Dürren und Überschwemmungen. Naturnahe Böden, Feuchtgebiete und Gewässer verhindern einen schnellen Abfluss und halten das Wasser in der Landschaft. Intakte Auen dienen zudem als Hochwasserschutz. Deswegen unterstützt das ANK zum Beispiel klimabezogene Maßnahmen in der Wasserwirtschaft über ein Bundesprogramm und fördert u.a. die Wiederanbindung und Renaturierung von Flussauen.

Baumkronen im Laubwald

Gesunde Wälder fördern

Gesunde, naturnahe Wälder binden große Mengen an Treibhausgasen, sind Lebensräume für Tiere und Pflanzen, verbessern das lokale Klima und halten Wasser in der Landschaft. Doch nur 36 Prozent der Wälder in Deutschland sind naturnah. Um das zu ändern, sollen über das ANK zusätzliche naturnahe Wälder entstehen und die Mittel für die Entwicklung naturnaher Wälder verstetigt und aufgestockt werden.

Städte und Gemeinden klimafest machen

Natur in Städten und Siedlungen sorgt für bessere Luft, spendet Schatten und kühlt an heißen Sommertagen. Zusammenhängende naturnahe Grünflächen bilden Kalt- und Frischluftschneisen und bieten vielen Tierarten einen Lebens- und Rückzugsraum. Um unsere Städte klima- und hitzefest zu machen, unterstützt das ANK zum Beispiel die Pflanzung von 150.000 zusätzlichen Stadtbäumen bis 2030 und die Arbeiten zum Leitbild der wassersensiblen Stadt.

Dialog zum Aktionsprogramm

Bringen Sie Ihre Ideen und Vorschläge ein

Am 5. September 2022 startet das Bundesumweltministerium zum Entwurf des Aktionsprogramms einen Online-Dialog. Dann können Vertreterinnen und Vertreter von Verwaltungen, Verbänden sowie aus der Land- und Forstwirtschaft ebenso wie interessierte Bürgerinnen und Bürger ihre Anregungen einbringen. Denn vor Ort besteht das besondere Wissen, die wertvollen Erfahrungen und unterschiedlichen Sichtweisen, die mit einfließen sollen.

Moorlandschaft im Sonnenuntergang

Was ist Natürlicher Klimaschutz?

Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer, Grünflächen in der Stadt und auf dem Land – all diese Ökosysteme sind natürliche Klimaschützer. Sie können Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden und langfristig speichern – wenn sie gesund, also ökologisch intakt, sind.

Schultafel mit Kreide gezeichneten Bäumen und der Erde

Natürlicher Klimaschutz im Unterricht

Auf der Internetplattform "Umwelt im Unterricht" hält das Bundesumweltministerium umfangreiche Unterrichtsmaterialien rund um die Thematik des natürlichen Klimaschutzes bereit. Umwelt im Unterricht wendet sich in erster Linie an Lehrkräfte, aber auch Schülerinnen und Schüler sowie und alle Interessierten finden nützliche Informationen.