Digitaler Verbraucherschutz

Geööfneter Laptop auf einem Schreibtisch mit grüner Pflanze und Händen, die tippen

Internet und digitale Welt bieten durch vielfältige Handlungsmöglichkeiten wie informieren, kommunizieren, chatten, streamen, downloaden und durch Angebote wie Online-Einkauf, E-Commerce-Plattformen, Soziale Netzwerke, Videoportale, Vergleichs- und Bewertungsportale, Suchmaschinen oder das Internet der Dinge viele großartige Chancen und Möglichkeiten. Mit der Digitalisierung sind jedoch auch einige Risiken verbunden, da digitale Geschäfte und Handlungen unter Abwesenden und in der virtuellen Welt erfolgen, die Nutzerinnen und Nutzer also nur wenig Möglichkeiten zur Überprüfung von Vertragspartner und Produkt haben. Durch Technik, Design und Webseiten-Gestaltung können Nutzerinnen und Nutzer zu Entscheidungen veranlasst werden, die sie eigentlich nicht wollen oder die nachteilig für sie sind. Große Internet-Unternehmen und marktmächtige Plattformen führen zudem zu einem erheblichen strukturellen Ungleichgewicht zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher.

In digitalen Räumen und bei der Nutzung von digitalen Angeboten und Produkten sind daher Sicherheit und Vertrauen in das Internet und die digitale Welt entscheidend. Wir können von den Vorteilen der Digitalisierung nur dann profitieren, wenn digitale Angebote und Services sicher sind, faire und angemessene Nutzungs- und Zahlungsbedingungen haben, den Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer achten und diese nicht durch das Web-Design manipulieren oder täuschen. Leider hat jedoch gerade auch der enorme Aufstieg der Digitalisierung im Zuge der Corona-Pandemie zu vermehrt verbraucherunfreundlichen Praktiken mit zum Teil betrügerischen Ausmaßen geführt (zum Beispiel Fake-Shops, Fake-Bewertungen, Dark Patterns).

Es gehört daher zu den Aufgaben des digitalen Verbraucherschutzes im BMUV, Fairness, Wahlfreiheit, Transparenz und die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher in der digitalen Welt zu stärken, unter anderem durch die Erarbeitung von konkreten Regulierungsvorschlägen, durch Beobachtung von digitalen Märkten und Produkten, durch Information über aktuelle, verbraucherrelevante Themen sowie die Förderung von gutachterlichen Untersuchungen und Informationsangeboten zu verbraucherpolitisch bedeutsamen Themen. Der digitale Verbraucherschutz befördert damit auch den fairen Wettbewerb und kommt damit dem gesamten Wirtschaftsverkehr zugute.

Zum digitalen Verbraucherschutz gehören dabei unter anderem folgende Themen:

Verbraucherrechte beim Online-Shopping

Verbraucherrechte beim Online-Shopping

Ein zentraler Aspekt des digitalen Verbraucherschutzes ist der Schutz von Verbraucherinnen und Verbraucher beim Abschluss von Verträgen im Internet. Dabei ergeben sich jedoch einige Risiken dadurch, dass beide Vertragsparteien nicht gleichzeitig körperlich anwesend sind und der Kunde die Ware vor Kaufabschluss nur auf Bildern oder in Videos zu sehen bekommt. Der Gesetzgeber hat daher bestimmte Vorschriften formuliert, die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Abschluss von Verträgen im Internet schützen sollen. Dazu zählt insbesondere, dass der Kunde den Vertrag innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen oder sonstigen Voraussetzungen widerrufen kann. Ebenso muss der Unternehmer den Kunden vor dem Online-Vertragsschluss über alle wesentlichen Elemente in klarer und verständlicher Weise informieren und einen Bezahl-Button vorsehen.

Weitere Informationen

Weiterführende Links und Hilfsmittel finden Sie auf dem Verbraucherportal:


Fake Shops

Fake Shops

Bei den sogenannten Fake Shops handelt es sich gefälschte Internetverkaufsplattformen, auf denen nichtexistierende Ware angeboten wird. Dabei bedienen die Fake Shops sich häufig an real existierenden Daten und Adressen, um so möglichst viele Verbraucherinnen und Verbraucher zu einem Kauf zu verleiten.

Weitere Informationen:

Verbraucherzentralen und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv):


Fake Bewertungen

Fake Bewertungen

Neben den Empfehlungssystemen der Online-Plattformen spielen auch Bewertungen eine zentrale Rolle bei der Kaufentscheidung im Internet. Sind diese Bewertungen jedoch beispielsweise vom Verkäufer beauftragt oder wurden den Kundinnen und Kunden für positive Bewertungen Vorteile angeboten (sogenannte gekaufte Bewertungen), handelt es sich um eine Irreführung der Verbraucherinnen und Verbraucher und eine Beeinträchtigung des fairen Wettbewerbs. Teilweise kann es sogar vorkommen, dass Kundinnen und Kunden nach der Abgabe von negativen Bewertungen durch die Unternehmen bedroht werden (zum Beispiel durch Androhung massiver rechtlicher Konsequenzen), so dass sie ihre Bewertungen zurückziehen.

Weitere Informationen:


Dark Patterns

Dark Patterns

Bei Dark Patterns handelt es sich um Designtechniken im virtuellen Raum, die Verbraucherinnen und Verbraucher meist durch verhaltenssteuernde Taktiken (zum Beispiel unter Ausnutzung kognitiver Verzerrungen) zu ungewollten Entscheidungen drängen oder verleiten. Diese manipulativen Techniken werden unter anderem auf Transaktionsplattformen, wie zum Beispiel Online-Marktplätzen, eingesetzt, um die Verbraucherinnen und Verbraucher dazu zu bewegen, mehr Geld auszugeben oder so viele Daten wie möglich preiszugeben. Sie sind darauf ausgelegt, Kaufentscheidungen durch psychologischen Druck trickreich zu beschleunigen.

Die "Dark Patterns Detection App" ist ein BMUV-gefördertes Forschungsprojekt, welches ein besseres Verständnis von Dark Patterns schaffen und insbesondere auch Empfehlungen für den politischen und rechtlichen Umgang mit Dark Patterns geben soll.

Hier können Verbraucherinnen und Verbraucher aktiv unterstützen, indem sie verbraucherunfreundliche Praktiken und betrügerische Aktivitäten bei den zuständigen Verbraucherzentralen und/oder dem Forschungsprojekt melden.

Weitere Informationen:


Verbraucherdatenschutz, Personalisierung und Tracking

Verbraucherdatenschutz, Personalisierung und Tracking

Egal, wo wir uns im Internet bewegen – es werden zahlreiche Daten über uns gesammelt (zum Beispiel zu besuchten Seiten, gekauften Produkten, den von uns verwendeten Geräten oder zu unserem Standort). Dies werden zu Personenprofilen verarbeitet und dann genutzt um beispielsweise Produkte oder Werbeanzeigen optimal auf den jeweiligen Kunden zuzuschneiden.

Dies ist jedoch mit zahlreichen Risiken für die einzelnen Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch die Gesellschaft als Ganzes verbunden. So besteht die Gefahr von Manipulation, Fremdbestimmung, Diskriminierung und der Ausnutzung von Schwächen. Dies geschieht unter anderem indem bestehende Ansichten oder Verhaltensweisen weiter bestärkt werden, zum Beispiel wenn eine Person mit Essstörungen aufgrund ihres Onlineverhaltens immer weiter Werbung zu Diäten et cetera angezeigt bekommt. Besonders gefährdet sind dabei Kinder und Jugendliche, da sie die möglichen Risiken nur schwer einschätzen können und gegenüber Werbung meistens unkritisch eingestellt sind.

Daneben kann dieses System der Personalisierung beispielsweise auch für das gezielte Verbreiten politischer Botschaften (political Micro-Targeting) genutzt werden, was beispielsweise für eine gezielte Einflussnahme der (politischen) Meinungsbildung aus dem Ausland genutzt werden kann.

Weitere Informationen:

Daneben bietet der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) unter www.bfdi.bund.de umfangreiche Informationen zu Datenschutzthemen, bei Bedarf steht dort beispielsweise auch Informationsmaterial zu den einschlägigen Regelungstexten (PDF extern, 2,5 MB) zur Verfügung.