UV-Schutz

blauer Himmel mit Wolken und scheinender Sonne

Die Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) wird in die drei Bereiche UV-A (Wellenlänge 400 bis 315 Nanometer), UV-B (Wellenlänge 315 bis 280 Nanometer) und UV-C (Wellenlänge 280 bis 100 Nanometer) unterteilt.

Als energiereichster Teil der nichtionisierenden optischen Strahlung grenzt die UV Strahlung unmittelbar an den Bereich der ionisierenden Strahlung an und kann im kurzwelligen UV-C-Bereich ähnliche Wirkungen wie diese hervorrufen. UV Strahlung ist für den Menschen nicht sichtbar und auch nicht durch ein anderes Sinnesorgan wahrnehmbar.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass UV-Strahlung krebserregend sein kann. UV-Strahlung ist die Hauptursache für Hautkrebs. Dies gilt sowohl für natürliche UV-Strahlung (Sonne) als auch für künstlich erzeugte UV-Strahlung (zum Beispiel in Solarien).

Die Zahl an Hautkrebsfällen steigt in Deutschland kontinuierlich an: Die Neuerkrankungsrate (Inzidenz) für den hellen Hautkrebs (nicht-melanozytärer Hautkrebs) hat sich in Deutschland in den letzten 30 Jahren vervier- (Männer) bis verfünffacht (Frauen). Für das maligne Melanom hat sich seit den 1970-er Jahren die Inzidenz verfünffacht (S3-Leitlinie Prävention von Haut-krebs). Diese besorgniserregende Zunahme wird unter anderem einer erhöhten UV-Exposition, vor allem aufgrund des Freizeit- und Sozialverhaltens, zugesprochen. Der Klima-wandel droht diese Situation noch zu verschärfen.

Schutz vor der Sonne

Die Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) ist Teil des natürlichen Sonnenlichts. Einerseits wird beim Menschen durch UV-Strahlung die körpereigene Vitamin-D-Bildung angeregt. Andererseits kann UV-Strahlung Ursache für Gesundheitsschäden an Auge und Haut sein. Ein be-wusster Umgang mit natürlicher UV-Strahlung ist unerlässlich, um das Risiko an Hautkrebs zu erkranken möglichst gering zu halten.

Solarien

Die künstlich erzeugte UV-Strahlung, der Besucherinnen und Besucher von Sonnenstudios ausgesetzt sind, stellt ein zusätzliches Gesundheitsrisiko zur natürlichen UV-Strahlung dar. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, da ihre Augen und Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung sind als die Erwachsener. Eine UV-Überbelastung in Kindes- und Jugendalter erhöht das Hautkrebserkrankungsrisiko im Erwachsenenalter.

Das Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen ist am 3. August 2009 im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Damit ist das Solarienverbot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren seit dem 4. August 2009 geltendes Recht.

Bestätigung findet dieses Gesetz in der Entscheidung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die natürliche und künstlich erzeugte UV-Strahlung in Solarien in die höchste Krebsrisikostufe als krebserregend für den Menschen einzuordnen. Insbesondere für Minderjährige, die regelmäßig ins Sonnenstudio gehen, erhöht die Exposition durch künstliche UV-Strahlung das Risiko einer Hautkrebserkrankung erheblich. Die Deutsche Strahlenschutzkommission veröffentlichte bereits im September 2006 die Empfehlung "Gesundheitliche Gefährdung durch UV-Exposition von Kindern und Jugendlichen" und forderte besondere Schutzmaßnahmen für Minderjährige in Form eines Solarienverbots. Internationale sowie nationale Experten raten von der Solariennutzung ab und begründen dies damit, dass zum Schutz der Gesundheit jede zur natürlichen UV-Strahlung durch die Sonne zusätzliche UV-Bestrahlung vermieden werden solle. Anknüpfend an diese Einschätzungen hat Frankreich eine Initiative für ein Verbot von Solarien auf EU-Ebene gestartet. Im Anfang 2020 veröffentlichten europäischen Plan zur Krebsbekämpfung weist die EU-Kommissionspräsidentin auf die Relevanz von Maßnahmen zum Schutz vor UV-Strahlung hin und formuliert, dass die EU-Kommission die Maßnahmen zur Exposition gegenüber ultravioletter Strahlung, einschließlich von Solarien, die das Melanomri-siko, die schwerste Form von Hautkrebs, erhöht, prüfen wird.

UV-Schutz-Verordnung

Zum Schutz vor UV-Strahlung ist die UV-Schutz-Verordnung am 25. Juli 2011 im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Die Verordnung trat 2012 in Kraft.

Der Vollzug der UV-Schutz-Verordnung obliegt den Bundesländern. Das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Strahlenschutz unterstützen dabei in Fragen der Auslegung der UV-Schutz-Verordnung. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat Informationsveranstaltungen für Landesbehörden durchgeführt, die auf sehr große Resonanz gestoßen sind. Thema war insbesondere die Durchführung von Kontrollen der Einhaltung der Vorgaben des Solariennutzungsverbots für Minderjährige sowie der UV-Schutz-Verordnung. Im Rahmen dieser Informationsveranstaltungen hat auch ein intensiver Austausch zu den bisherigen Vollzugserfahrungen stattgefunden. Hinweise auf mögliche Verstöße werden vermehrt zum Anlass genommen, in bestimmten Sonnenstudios beziehungsweise in Filialen von Sonnenstudioketten Kontrollen durchzuführen. Konkrete Vollzugsfragen beziehungsweise Hinweise auf Verstöße gegen die UV-Schutz-Verordnung sind an die zuständigen Vollzugsbehörden beziehungsweise an die zuständigen Landesministerien zu richten.

UV-Schutz-Bündnis

Das UV-Schutz-Bündnis ist eine Kooperation namhafter Gesellschaften, Organisationen und Behörden aus Strahlenschutz, Medizin, Wissenschaft und Arbeitsschutz, die sich seit Jahren für gelebten UV-Schutz einsetzen. Das Bündnis tritt für einen verantwortlichen Umgang mit UV-Strahlung ein. Ziel des Bündnisses ist es, langfristig die Zahl der Neuerkrankungen an Hautkrebs und anderen Gesundheitsschäden durch UV-Strahlung zu reduzieren. Die Aktivitäten des Bündnisses wurden seitens des Bundesumweltministeriums seit seiner Gründung im Jahr 2012 aufmerksam verfolgt. Das Bundesumweltministerium ist im Jahr 2021 dem UV-Schutz-Bündnis als Partner beigetreten.

FAQ Solarium

Ist die Nutzung eines Solariums für einen Minderjährigen erlaubt, der ein ärztliches Attest vorlegt, mit dem ihm UV-Strahlung verschrieben wird?

Nein, Paragraf 4 NiSG verbietet die Nutzung von Solarien durch Minderjährige, ohne Ausnahmen zuzulassen. Eine aus medizinischer Sicht notwendige UV-Bestrahlung darf bei einem Minderjährigen nur durch den (Haut-)Arzt selbst vorgenommen werden.

Welche Konsequenz hat ein Verstoß gegen das Nutzungsverbot von Solarien für Minderjährige?

Der Minderjährige selbst wird nicht bestraft. Der Betreiber des Solariums, das der Minderjährige genutzt hat, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro belegt werden.

Ist die Nutzung eines Solariums für einen Minderjährigen erlaubt, der eine schriftliche Erlaubnis seiner Eltern vorlegt?

Nein, Paragraf 4 NiSG verbietet die Nutzung von Solarien durch Minderjährige, ohne Ausnahmen zuzulassen. Dieses Nutzungsverbot kann daher nicht von den Eltern – etwa durch eine ausdrückliche Einwilligung – aufgehoben werden.

Wer ist zuständig für die Überwachung der Einhaltung der UV-Schutz-Verordnung und des Nutzungsverbots für Minderjährige?

Die Bundesländer bestimmen, wer die Einhaltung der UV-Schutz-Verordnung und des Nutzungsverbots für Minderjährige in ihrem jeweiligen Gebiet überwacht. 

Konkrete Vollzugsfragen bzw. Hinweise auf Verstöße gegen rechtliche Regelungen sind an die zuständigen Vollzugsbehörden bzw.an die zuständigen Landesministerien zu richten.

Welche Anforderungen müssen beim Betrieb eines Solariums eingehalten werden?

Um die von Solarien ausgehenden Gesundheitsgefahren zu minimieren, hat die Bundesregierung rechtliche Regelungen zum Schutz vor schädlichen Wirkungen von künstlich erzeugter UV-Strahlung erlassen. Weil UV-Strahlung für Minderjährige ein besonders hohes Gesundheitsrisiko darstellt, wurde – den Forderungen internationaler Gesundheitsexperten entsprechend – 2009 die Nutzung von Solarien für Minderjährige verboten (Paragraf 4 NiSG). Da die Nutzung eines Solariums auch für Erwachsene eine Gefährdung bedeuten kann, regelt die UV-Schutz-Verordnung seit 2012 Qualitätsanforderungen, deren Einhaltung die Betreiber eines Solariums sicherstellen müssen.

So sieht die Verordnung die Einhaltung bestimmter technischer Anforderungen vor. Beim Betrieb des Solariums darf eine maximale Bestrahlungsstärke nicht überschritten werden. Zudem muss das Solarium unter anderem über eine Notabschaltung verfügen sowie über eine Markierung für den einzuhaltenden Mindestabstand. Die Solarien sind von speziell geschultem Personal zu beaufsichtigen. Wesentliche Aufgabe des Fachpersonals ist es zudem, Nutzerinnen und Nutzern eine fachkundige Beratung anzubieten. Diese umfasst die Bestimmung des Hauttyps, die Empfehlung eines Dosierungsplans sowie den Hinweis auf die Gesundheitsschädlichkeit von UV-Strahlung. Bei entsprechend empfindlichem Hauttyp soll von einer Nutzung des Solariums abgeraten werden. Für das Beratungsangebot darf kein zusätzliches Entgelt verlangt werden. Das Tragen einer UV-Schutzbrille ist dringend erforderlich. Diese muss Nutzerinnen und Nutzern vom Personal angeboten werden. Für die UV-Schutzbrille darf ebenfalls kein zusätzliches Entgelt verlangt werden.

Warum bräunen einige Menschen schneller als andere?

Wie schnell die Haut bräunt und wie braun die Haut wird, hängt von dem vorhandenen Hautfarbstoff Melanin ab. Bei einigen Menschen ist dessen Produktion eingeschränkt (Hauttyp I und II), wodurch beispielweise keine (Hauttyp I) oder nur eine langsame (Hauttyp II) Bräunung erfolgen kann. Dafür tritt schnell entweder immer (Hauttyp I) oder häufig (Hauttyp II) ein Sonnenbrand auf. Hauttyp III und IV weisen eine normale Produktion des Hautfarbstoffs Melanin auf und können bräunen. Sonnenbrände treten bei normaler Besonnung der Haut manchmal oder eher selten auf.

Ist es sinnvoll, sich vor dem Urlaub im Solarium "vorzubräunen"?

Nein. Für den Aufbau des UV-Eigenschutzes der Haut ist nicht nur UV-A-Strahlung, sondern in ausreichendem Maß auch UV-B-Strahlung notwendig. Mit Solarien, die überwiegend oder ausschließlich UV-A-Strahlung abgeben, ist daher trotz Bräunung keine wesentliche Vermin-derung der Sonnenbrandempfindlichkeit zu erreichen. Selbst wer also mit Hilfe des Solariums gebräunt in den Urlaub fährt, ist vor Sonnenbrand nicht ausreichend geschützt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Auch gebräunte Haut bietet keinen Schutz vor Erbgutschäden. Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, besteht trotzdem und wird durch den Solarienbesuch weiter erhöht.

Welche Medikamente steigern die Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung?

Einige Wirkstoffe können die Lichtempfindlichkeit der Haut steigern oder lichtbedingte Aller-gien auslösen. Da es eine Vielzahl von Medikamenten gibt, die solche Wirkstoffe enthalten, und immer wieder neue Medikamente auf den Markt kommen, sollten Menschen, die Medikamente einnehmen, vor dem Sonnenbaden den behandelnden Arzt hierzu befragen. Beispiele solcher Medikamente sind unter anderem Antibiotika oder die Antibabypille.

Hat UV-Strahlung auch positive Wirkungen?

Durch UV-Strahlung kann der Körper das von ihm benötigte Vitamin D3 bilden. Dies ist die einzige nachgewiesene positive Wirkung der UV-Strahlung. Dieser Prozess wird ausschließ-lich durch UV-B-Strahlung ausgelöst, deren Anteil im Solarium verglichen mit natürlichem Sonnenlicht gering ist. Ein fachübergreifender wissenschaftlicher Diskurs, der vom Bundesamt für Strahlenschutz zusammen mit dem UV-Schutz-Bündnis durchgeführt wurde, führte zu der wissenschaftlich fundierten Empfehlungen, dass es für eine ausreichende Vitamin-D-Synthese genügt, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Hälfte der minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis (0,5 MED) auszusetzen, also der Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Beispielsweise bedeutet dies für Menschen mit Hauttyp II bei hohen sonnenbrandwirksamen UV- Bestrahlungsintensitäten (UV-Index 7) eine theoretische und rein rechnerisch abgeleitete Bestrahlungszeit von circa 12 Minuten.

Ist natürliches Sonnenlicht genauso gefährlich wie UV-Strahlung in einem Solarium?

Die Wirkung der natürlichen UV-Strahlung der Sonne unterscheidet sich in nichts von der Wirkung künstlich erzeugter UV-Strahlung wie beispielsweise in Solarien. UV-Strahlung jeglicher Herkunft kann Ursache für sofort auftretende Schädigungen sein, wie beispielsweise Sonnenbrand oder an den Augen von Binde- und Hornhautentzündungen, und Folgeschäden wie vorzeitige Hautalterung, Grauer Star (Linsentrübung) und Krebserkrankungen der Haut und an den Augen. Entsprechend ist ein bewusster Umgang mit natürlicher wie künstlicher UV-Strahlung unerlässlich. Es gilt: wer sich UV-Strahlung in Maßen aussetzt und dabei den Schutz der Haut und der Augen nicht vernachlässigt, braucht die schädlichen Wirkungen der UV-Strahlung nicht zu fürchten. Natürliche UV-Strahlung ist den Bedürfnissen des Menschen allerdings besser angepasst als künstlich erzeugte UV-Strahlung.

Welche Gefahr droht bei der Nutzung von Solarien?

Sowohl durch die natürliche UV-Strahlung der Sonne wie auch durch künstlich erzeugte UV-Strahlung durch Solarien bestehen gesundheitliche Risiken. Neben den akut auftretenden Schädigungen der Haut wie Sonnenbrand ist UV-Strahlung Hauptursache für Hautkrebs. UV-Strahlung wird von der Weltgesundheitsorganisation in die Gruppe der am stärksten krebserregenden Stoffe eingeordnet. Jährlich erkranken um die 300.000 Menschen in Deutschland an Hautkrebs, mit steigender Tendenz. Die Zahl der Hautkrebserkrankungen verdoppelt sich alle zehn bis 15 Jahre. Für rund 4000 Menschen jährlich verläuft die Krankheit in Deutschland tödlich. Außerdem fördert UV-Strahlung die Hautalterung. Schließlich kann UV-Strahlung Augenerkrankungen wie Hornhautentzündungen und grauen Star auslösen.

Was sind Solarien?

Solarien sind UV-Bestrahlungsgeräte, die zur kosmetischen Bestrahlung der Haut genutzt werden. Sonnenstudios sind Betriebe der gewerblichen Anwendung von Solarien zu rein kosmetischen Zwecken.

Wie erfahre ich mehr über die Qualität von Sonnenstudios?

Solarienbetreiber haben die Regelungen des seit 2009 geltenden Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSG) und der seit 2012 geltenden UV-Schutz-Verordnung einzuhalten. Die Verordnung regelt Anforderungen wie zum Beispiel die maximale Bestrahlungsstärke von Solarien. Ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, kann mithilfe des Solarien-Checks überprüft werden.