Rede von Steffi Lemke auf dem One Ocean Summit zum globalen Meeresschutz

10.02.2022
Bundesministerin Steffi Lemke
Bei ihrer Rede am 10. Februar 2022 stellte Bundesumweltministerin Steffi Lemke auf dem One Ocean Summit in Brest (Frankreich) die wichtigsten Handlungsfelder der Offensive für den Meeresumweltschutz des BMUV vor.

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrte Barbara Pompili,
sehr geehrter Dy Ould Zein,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

wir alle sind auf gesunde Meere angewiesen. Meere sind ein wichtiger CO2-Speicher und sie regulieren das Klima. Sie sind Lebensraum einer einzigartigen Flora und Fauna, Verbindung zwischen Ländern und Kontinenten, Nahrungsquelle und Energielieferant.

Zur Realität gehören aber auch Überfischung, Verschmutzung und gigantische Plastikmüll-Strudel. Vieles von dem, was wir Menschen tun, gefährdet die natürlichen Funktionen der Meere. Rasches und entschlossenes Handeln ist nötig, damit diese einzigartige Lebens-Quelle nicht unwiederbringlich zerstört wird.

Der Meeresschutz wird deswegen für mich und für die gesamte Bundesregierung in den nächsten Jahren ein Thema von herausragender Bedeutung sein.

Ich werde eine Offensive für den Meeresschutz starten, die alle Facetten des Meeresschutzes zusammenführt, um Schutz und umweltverträgliche Nutzung der Meere miteinander in Einklang zu bringen. Hierzu erarbeitet das Umweltministerium eine verbindliche und ressortübergreifende Meeresstrategie. Ein besonders sichtbares Zeichen wird künftig die Koordination der Meerespolitik unter Leitung eeines Meeresbeauftragten sein.

Zur Meeresoffensive gehört eine ambitionierte internationale Ozeanpolitik. Globale Krisen wie das Artenaussterben oder die Verschmutzung der Meere lassen sich nur im Konzert der Staatengemeinschaft lösen.

Drei Handlungsfelder möchte ich hervorheben:

Erstens: Deutschland arbeitet mit seinen Partnern an einem zügigen Abschluss der UN-Verhandlungen für ein Übereinkommen zum Schutz der Biodiversität und der nachhaltigen Nutzung der Hohen See. Wir müssen uns gemeinsam weiter für neue Meeresschutzgebiete im Südpolarmeer einsetzen, insbesondere im Weddellmeer und in der Ostantarktis. Dort befinden sich die letzten weitgehend unberührten Meeresgebiete, die ein unersetzlicher Lebensraum für viele marine Arten sind.

Zweitens ist mir wichtig, dass die Verhandlungen über ein rechtsverbindliches UN-Abkommen gegen Meeresmüll und Plastikverschmutzung zügig beginnen. Das Ergebnis muss dann umfassend und definitiv das Ende der Meeresvermüllung besiegeln. Dafür werde ich mich bei der UNEA-Sitzung Ende Februar einsetzen. Deutschland wird auch seine G7-Präsidentschaft nutzen, um den globalen Meeresschutz voranzubringen.

Drittens gibt es auch vor unserer Haustür viel zu tun: bei der Umsetzung der europäischen und regionalen Ziele im Meeresschutz. Die EU-Biodiversitätsstrategie verlangt, dass bis 2030 30 Prozent der Meeresfläche Europas unter Schutz gestellt werden. Dabei ist zentral, dass die EU-Meeresschutzgebiete echte Rückzugsorte für die marine Flora und Fauna sind.

Das wird nur gelingen, wenn schädliche Nutzungen eingeschränkt werden. In Deutschland sind gerade die Managementpläne für die Schutzgebiete in der Ostsee in Kraft getreten. Damit können nun konkrete Maßnahmen starten – zum Beispiel für weniger Unterwasserlärm, zur Wiederherstellung von Riffen, für naturverträglichere Fischfangmethoden und saubereres Wasser. Damit stehen jetzt über 30 Prozent der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee unter Schutz.

Ich will verstärkt auf naturbasierte Lösungen setzen – nicht nur, aber auch im Meer – weil sie eine Hebelwirkung für den Biodiversitäts- und Klimaschutz entfalten können. Deshalb werde ich ein Programm für Kohlenstoff speichernde Ökosysteme im Meer auf den Weg bringen und zum Beispiel Seegraswiesen und Algenwälder fördern. So bekommen Meeresbewohner und ihr Lebensraum eine Chance, sich zu erholen und gleichzeitig die Auswirkungen des Klimawandels besser abzufedern.

Ich wünsche mir, dass 2022 das Jahr wird, in dem der Meeresschutz auf allen Ebenen vorankommt – national, in Europa und weltweit. Frankreich hat mit dieser Konferenz ein großartiges Forum für den Meeresschutz geschaffen. Dafür bedanke ich mich und freue mich darauf, gemeinsam mit unserem Partner Frankreich und Ihnen allen die vielfältigen Aufgaben in Angriff zu nehmen.

Vielen Dank.

10.02.2022 | Rede Meeresschutz

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