https://www.bmuv.de/PM1807
14.11.2002

Risse in Dampferzeuger-Leitungen des AKW Unterweser festgestellt

Hinweis: Dieser Text stammt aus dem Pressearchiv.

Veröffentlicht am: 14.11.2002

Laufende Nummer: 276/02

Thema: Nukleare Sicherheit

Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Leitung: Jürgen Trittin

Amtszeit: 27.10.1998 - 22.11.2005

14. Wahlperiode: 27.10.1998 - 22.10.2002

Bei Prüfungen im derzeit abgeschalteten Atomkraftwerk Unterweser sind in drei für die Reaktorsicherheit wichtigen Rohrleitungen Risse festgestellt worden. Das Bundesumweltministeriumverlangt vor einer Entscheidung über die Wiederinbetriebnahme des Reaktors eine lückenlose Aufklärung und vollständige Ursachenbeseitigung. Ein Bericht der niedersächsischenLandesatomaufsicht wurde angefordert.

Der innenliegende Riss in einer der drei Rohrleitungen hat eine Länge von etwa 260 mm und eine Tiefe von mehr als 2 mm bei einer Wanddicke von 30 mm. Die schadhafte Stelle befindet sich ineinem Rohrleitungsbereich, der für die Bespeisung des Dampferzeugers mit Wasser und damit für die Wärmeabfuhr aus dem Primärkreis von entscheidender Bedeutung ist. Bei einemgroßen Leck in diesem Bereich stellt sich die Frage einer ausreichenden Kühlung des Reaktorkerns.

Nach einer aktuellen Auskunft der niedersächsischen Atomaufsicht waren bereits bei einer früheren Prüfung im Jahr 1995 an der gleichen Stelle Anzeichen festgestellt worden, die derBetreiber allerdings nicht als Befund einstufte. Der Stutzen besteht aus einem speziellen hochwertigen Reaktorwerkstoff.

Die weitere Überprüfung des Kraftwerks Unterweser ergab, dass auch zwei weitere Dampferzeuger an der gleichen Stelle Rissanzeigen aufweisen. Das Atomkraftwerk Unterweser ist wegenReparaturen im nicht-nuklearen Teil der Anlage derzeit nicht in Betrieb.

Das Bundesumweltministerium hat die Aufsichtsbehörde des Landes Niedersachsen um einen Bericht gebeten, in dem es über die Befunde und die möglichen Ursachen unterrichtet wird. Außerdem hat das Bundesumweltministerium heute eine Beratung des Ereignisses in der nächsten Sitzung der Reaktor-Sicherheitskommission am 4.12.2002 veranlasst.

14.11.2002 | Pressemitteilung 276/02 | Nukleare Sicherheit