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26.11.2021

Methangas-Emissionen auf der ehemaligen Deponie Tiengen werden mit BMU-Klimaprojekt fast vollständig reduziert

Das BMU hat ein Klimaschutzprojekt auf der ehemaligen Deponie Tiengen gefördert. Das Deponiegas, das bisher verbrannt wurde, wird jetzt mittels einer neuen Gasförderstation mit Methanoxidationsfilter neutralisiert.

Rita Schwarzelühr-Sutter weiht Gaserfassungssystem im Landkreis Waldshut ein

Auf dem Gelände der ehemaligen Deponie Tiengen an der Schweizer Grenze im Landkreis Waldshut hat Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium (BMU), heute zusammen mit Waldshuts Landrat Dr. Martin Kistler ein neues Gaserfassungssystem eingeweiht. Mit dieser innovativen Technik werden unkontrollierte Methangas-Emissionen um 94 Prozent gegenüber einer klassischen Deponiegaserfassung reduziert. Das BMU hat das erfolgreiche Projekt mit 300.000 Euro aus seiner Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert.

Rita Schwarzelühr-Sutter: "Die Anlage ist ein wichtiger Baustein der vielfältigen Aktivitäten für den Klimaschutz im Landkreis Waldshut. Landkreise, Gemeinden und Städte haben beim Klimaschutz eine herausragende Rolle. Klimaschutz findet oft in Berlin, Brüssel oder jüngst auch in Glasgow statt. Das sind wichtige Gespräche und Entscheidungen, die einen weltweiten Rahmen für unsere Aktivitäten schaffen. Aber hier im Landkreis, auf dieser Deponie, da wird Klimaschutz konkret. Hier sehen und erfahren wir unmittelbar die Veränderungen und Fortschritte."

Das Bundesumweltministerium hat das Klimaschutzprojekt auf der ehemaligen Deponie Tiengen zwischen 2019 und 2012 mit rund 300.000 Euro gefördert. Das Deponiegas, das bisher verbrannt wurde, wird jetzt mittels einer neuen Gasförderstation mit Methanoxidationsfilter neutralisiert. Durch den Einsatz dieser modernen Klimaschutztechnologie werden in der stillgelegten Deponie Tiengen insgesamt 16.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Mit der vom BMU ebenfalls geförderten klimaschonenden Entlüftung der Deponien in Lottstetten und Lachengraben können über 70.000 weitere Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Das zeigt, wie groß die Klimaschutzpotenziale durch innovative Technologien in den Kommunen sind.

Bereits seit 2013 bezuschusst das Bundesumweltministerium über die Kommunalrichtlinie Vorhaben im Deponiebereich. Inzwischen haben bereits über 100 Deponiebetreiber eine Förderung erhalten, die Anzahl der bewilligten Vorhaben bzw. Maßnahmen beläuft sich auf über 200, da einzelne Deponiebetreiber mehrere Maßnahmen umsetzen oder umgesetzt haben. Zum 1. Januar 2022 wird eine novellierte Kommunalrichtlinie in Kraft treten, mit der die erfolgreiche Förderung im Bereich der Siedlungsabfalldeponien erweitert wird. Im Rahmen der Kommunalrichtlinie werden sowohl strategische Vorhaben gefördert, um den Klimaschutz vor Ort zu verankern, als auch investive Maßnahmen, die dabei helfen, Treibhausgasminderungspotenziale zu identifizieren und konkrete Treibhausgaseinsparungen zu erzielen.

26.11.2021 | Pressemitteilung Nr. 284/21 | Nationale Klimaschutzinitiative