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09.03.2022

AKW-Sicherheit in der Ukraine: Standort Tschernobyl

04.03.2022 | Nukleare Sicherheit

AKW-Sicherheit in der Ukraine: Standort Saporischschja

AKW Saporischschja

AKW-Sicherheit in der Ukraine: Standort Saporischschja
11.03.2022 | Nukleare Sicherheit

AKW-Sicherheit in der Ukraine: Forschungszentrum in Kharkiv

AKW-Sicherheit in der Ukraine: Forschungszentrum in Kharkiv
Radiologische Auswirkungen auf Deutschland sind nach dem Stand der verfügbaren Informationen nicht zu befürchten.

Nach Angaben des ukrainischen Stromnetzbetreibers ist der Standort Tschernobyl aktuell von der Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz abgeschnitten. Aus Sicht des Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministeriums (BMUV) und des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) besteht derzeit keine akute Gefahr für eine Freisetzung von radioaktiven Stoffen aus dem dortigen Lager für abgebrannte Brennelemente.

In Tschernobyl lagern ungefähr 20.000 Brennelemente in einem Lagerbecken. Selbst bei einem vollständigem Stromausfall besteht nach Einschätzung des BMUV und BfS keine Gefahr einer sofortigen Freisetzung von radioaktiven Stoffen, da sich das Lagerbecken aufgrund des hohen Alters der Brennelemente (mehr als 20 Jahre) nur langsam erwärmen würde.

Und selbst bei einer Freisetzung wären die radiologischen Folgen für die Bevölkerung in der Region vermutlich begrenzt, da die Sperrzone rund um das AKW Tschernobyl weitgehend unbewohnt ist und damit die potenziell betroffene Bevölkerung in mindestens 30 Kilometer Abstand vom Reaktor lebt.

Radiologische Auswirkungen auf Deutschland sind nach dem Stand der verfügbaren Informationen nicht zu befürchten.

Deutschland verfügt seit vielen Jahren über Instrumente zur Bewertung einer radiologischen Lage, beispielsweise das Integrierte Mess- und Informationssystem IMIS, das beim BfS betrieben wird. Sollte das BMUV Hinweise haben, dass sich ein radiologischer Notfall mit erheblichen Auswirkungen in der Ukraine ereignet, würde das radiologische Lagezentrum des Bundes im BMUV die Lage bewerten, die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren und, soweit erforderlich, Verhaltensempfehlungen geben.

Von einer selbständigen Einnahme von Jodtabletten in Deutschland wird dringend abgeraten. Eine Selbstmedikation birgt erhebliche gesundheitliche Risiken, hat aktuell aber keinerlei Nutzen. Derzeit gibt es keinen Anlass für die Einnahme von Jodtabletten. Weitere Informationen hierzu bieten sowohl das Bundesamt für Strahlenschutz auf seiner Webseite zur "Situation in der Ukraine" an als auch das BMUV auf der Webseite jodblockade.de. Beide Webseiten werden bei relevanten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Lage in der Ukraine aktualisiert.

Weitere englischsprachige Informationen und Stellungnahmen zur Lage der ukrainischen AKW sind auch auf der Internetseite der Internationalen Atomenergiebehörde (International Atomic Energy Agency – IAEA) sowie der European Nuclear Safety Regulators Group (ENSREG, Gruppe der atomrechtlichen Aufsichtsbehörden in den EU-Mitgliedstaaten) zu finden.

(Stand 9.3.2022, 17:00 Uhr)

09.03.2022 | Meldung Nukleare Sicherheit