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Lagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle

Wie viele Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen werden zwischengelagert?

In Deutschland befinden sich schwach und mittelradioaktive Abfälle in Zwischenlagern, darunter zurzeit rund 55.000 Fässer mit konditionierten Abfällen.

Wer ist für Genehmigung und Aufsicht der Zwischenlager zuständig?

Für die Genehmigung der Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle, also bestrahlte Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufarbeitung, (Paragraf 6 AtG) ist das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) zuständig. Die Aufsicht liegt bei den Ländern. Aufsichts- und Genehmigungsbehörden für Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (Paragraf 12 StrlSchG) sind ebenfalls Behörden der Länder.

Gibt es beschädigte Fässer mit radioaktiven Stoffen und was passiert mit diesen?

Von den Ländern wurde über Korrosionen an Fässern mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen berichtet. Korrosionen an Fässern, die über längere Zeit gelagert werden, sind grundsätzlich nicht auszuschließen. Daher sind regelmäßige Inspektionen durch die Betreiber der Zwischenlager erforderlich und durch das Regelwerk des Bundesumweltministeriums vorgegeben. Für den Fall, dass Korrosion festgestellt wird, liegen in Abhängigkeit von den Schäden gestufte Reparaturkonzepte vor. Diese sehen unter anderem vor, dass schadhafte Fässer vorsorglich in Überbehälter gestellt und diese dann verschlossen werden.

Wurden aus den korrodierten Fässern radioaktive Stoffe freigesetzt?

Zu Freisetzungen radioaktiver Stoffe ist es nach den Berichten der Länder bislang nur in den Kavernen im Kontrollbereich des Atomkraftwerkes Brunsbüttel gekommen. Für diesen speziellen Fall ist ein Bergungskonzept durch die Betreiberin erarbeitet und durch die atomrechtliche Aufsichtsbehörde geprüft worden. Die Bergung wurde 2019 abgeschlossen.

Darüber hinaus hat das Bundesumweltministerium die Länder infolge des Vorkommnisses im Atomkraftwerk Brunsbüttel um Verstärkung ihrer diesbezüglichen Aufsichtstätigkeit gebeten. Es wurde gegenüber dem Bundesumweltministerium bislang jedoch über keine Hinweise auf systematische Fehler (beispielsweise eine unzureichende Trocknung der radioaktiven Abfälle) bei der Behandlung und Verpackung der Fässer berichtet.