Europäische Infrastruktur für Atmosphärenforschung geht an den Start

26.04.2023
Blauer Himmel mit Wolken
Die klimaschädliche Wirkung von Aerosolen und kurzlebigen Spurengasen auf die Erderhitzung ist bislang nicht hinreichend erforscht. Die EU-Kommission hat dazu nun die Forschungsinfrastruktur ACTRIS gegründet.

Die klimaschädliche Wirkung von Aerosolen und kurzlebigen Spurengasen auf die Erderhitzung ist bislang nicht hinreichend erforscht. Daher hat die EU-Kommission die Forschungsinfrastruktur ACTRIS (Aerosol, Clouds and Trace Gases Research Infrastructure) offiziell gegründet. Ziel von ACTRIS ist es, das Wissen zur Klimawirkung kurzlebiger Spurengase bedeutend zu erweitern. Dazu beobachten Forscherinnen und Forscher aus 17 Mitgliedstaaten der EU verschiedene Bestandteile der Atmosphäre, wie Aerosole, Wolken und kurzlebige Spurengase, sowie ihre Wechselwirkungen und Bedeutung für die Klimakrise. ACTRIS wird vom BMBF und BMUV gemeinsam gefördert.

Die neue Forschungsinfrastruktur ACTRIS verfolgt das übergreifende Ziel, den Einfluss kurzlebiger Bestandteile der Atmosphäre auf das Klima besser zu verstehen und künftige Vorhersagen für Klima und Luftqualität zu verbessern. Dafür ist es notwendig, ausreichend Daten über kurzlebige atmosphärische Bestandteile (Aerosole, Wolken und Spurengase), ihre räumliche und zeitliche Verteilung sowie ihre komplexen physikalischen und chemischen Wechselwirkungen zu gewinnen. ACTRIS liefert dazu langfristige Beobachtungsdaten von hoher Qualität und ausreichender Dichte, die eine Verbesserung der Vorhersagen zur Entwicklung des Klimas und zur Verteilung von Luftschadstoffen ermöglichen. Dies schließt kurzfristige Wetter- und Gesundheitswarnungen sowie langfristige Auswirkungen der Klimakrise ein.

ACTRIS soll eine wichtige Basis schaffen, mit der das Wissen zur komplexen Klimawirkung kurzlebiger Spurengase wesentlich erweitert wird. Die Messverfahren von Aerosolen und kurzlebigen Spurengasen werden verbessert, international angeglichen und der Zugang zu den Messdaten einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Neben den Einflüssen auf das Klima haben die kurzlebigen Bestandteile der Atmosphäre auch großen Einfluss auf die Luftqualität und die Gesundheit. Die durch ACTRIS ermittelten Daten helfen, die räumliche Verbreitung gesundheitsschädlicher kurzlebiger Luftschadstoffe besser zu erfassen und ermöglichen es, zielgerichtetere Maßnahmen zu treffen, um negative Effekte von Aerosolen und kurzlebigen Spurengasen auf die menschliche Gesundheit sowie auf Ökosysteme zu reduzieren.

ACTRIS ist nun rechtlich als europäische Forschungsinfrastruktur für die Atmosphärenforschung anerkannt. Die Aufbauphase von ACTRIS in Europa läuft noch bis 2025, danach wird ACTRIS in die Betriebsphase übergehen. Sitz von ACTRIS- ist Finnland, das Koordinationsbüro befindet sich in Helsinki. Deutschland engagiert sich in enger Abstimmung der beteiligten Ressorts mittels Bereitstellung von wichtigen Bestandteilen der zentralen Einrichtungen (Kalibrierdienste) maßgeblich an ACTRIS. Weitere nationale Einrichtungen, die ACTRIS-Dienste bereitstellen, sind über die 17 Mitgliedsländer von ACTRIS, darunter auch Deutschland, verteilt.

Das BMUV vertritt federführend die Bundesrepublik Deutschland in der Hauptversammlung von ACTRIS und übernimmt dabei auch den überwiegenden Teil der langfristigen laufenden Kosten für Deutschland. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt mit 86 Millionen Euro die Aufbauphase von ACTRIS-D bis 2029, in der die deutschen Kalibrierzentren, Beobachtungsstationen, Atmosphären-Simulationskammern und mobilen Messplattformen für den Betrieb von ACTRIS-D zur Verfügung gestellt werden. Am deutschen ACTRIS-Beitrag (ACTRIS-D) sind insgesamt 11 Universitäten, Forschungsinstitute und Behörden beteiligt. Koordiniert wird ACTRIS-D durch das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig.

26.04.2023 | Pressemitteilung Nr. 067/23 | Klimaanpassung
https://www.bmuv.de/PM10577
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