https://www.bmuv.de/FQ41

Solarium

Ist die Nutzung eines Solariums für einen Minderjährigen erlaubt, der ein ärztliches Attest vorlegt, mit dem ihm UV-Strahlung verschrieben wird?

Nein, Paragraf 4 NiSG verbietet die Nutzung von Solarien durch Minderjährige, ohne Ausnahmen zuzulassen. Eine aus medizinischer Sicht notwendige UV-Bestrahlung darf bei einem Minderjährigen nur durch den (Haut-)Arzt selbst vorgenommen werden.

Welche Konsequenz hat ein Verstoß gegen das Nutzungsverbot von Solarien für Minderjährige?

Der Minderjährige selbst wird nicht bestraft. Der Betreiber des Solariums, das der Minderjährige genutzt hat, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro belegt werden.

Ist die Nutzung eines Solariums für einen Minderjährigen erlaubt, der eine schriftliche Erlaubnis seiner Eltern vorlegt?

Nein, Paragraf 4 NiSG verbietet die Nutzung von Solarien durch Minderjährige, ohne Ausnahmen zuzulassen. Dieses Nutzungsverbot kann daher nicht von den Eltern – etwa durch eine ausdrückliche Einwilligung – aufgehoben werden.

Wer ist zuständig für die Überwachung der Einhaltung der UV-Schutz-Verordnung und des Nutzungsverbots für Minderjährige?

Die Bundesländer bestimmen, wer die Einhaltung der UV-Schutz-Verordnung und des Nutzungsverbots für Minderjährige in ihrem jeweiligen Gebiet überwacht. 

Konkrete Vollzugsfragen bzw. Hinweise auf Verstöße gegen rechtliche Regelungen sind an die zuständigen Vollzugsbehörden bzw.an die zuständigen Landesministerien zu richten.

Welche Anforderungen müssen beim Betrieb eines Solariums eingehalten werden?

Um die von Solarien ausgehenden Gesundheitsgefahren zu minimieren, hat die Bundesregierung rechtliche Regelungen zum Schutz vor schädlichen Wirkungen von künstlich erzeugter UV-Strahlung erlassen. Weil UV-Strahlung für Minderjährige ein besonders hohes Gesundheitsrisiko darstellt, wurde – den Forderungen internationaler Gesundheitsexperten entsprechend – 2009 die Nutzung von Solarien für Minderjährige verboten (Paragraf 4 NiSG). Da die Nutzung eines Solariums auch für Erwachsene eine Gefährdung bedeuten kann, regelt die UV-Schutz-Verordnung seit 2012 Qualitätsanforderungen, deren Einhaltung die Betreiber eines Solariums sicherstellen müssen.

So sieht die Verordnung die Einhaltung bestimmter technischer Anforderungen vor. Beim Betrieb des Solariums darf eine maximale Bestrahlungsstärke nicht überschritten werden. Zudem muss das Solarium unter anderem über eine Notabschaltung verfügen sowie über eine Markierung für den einzuhaltenden Mindestabstand. Die Solarien sind von speziell geschultem Personal zu beaufsichtigen. Wesentliche Aufgabe des Fachpersonals ist es zudem, Nutzerinnen und Nutzern eine fachkundige Beratung anzubieten. Diese umfasst die Bestimmung des Hauttyps, die Empfehlung eines Dosierungsplans sowie den Hinweis auf die Gesundheitsschädlichkeit von UV-Strahlung. Bei entsprechend empfindlichem Hauttyp soll von einer Nutzung des Solariums abgeraten werden. Für das Beratungsangebot darf kein zusätzliches Entgelt verlangt werden. Das Tragen einer UV-Schutzbrille ist dringend erforderlich. Diese muss Nutzerinnen und Nutzern vom Personal angeboten werden. Für die UV-Schutzbrille darf ebenfalls kein zusätzliches Entgelt verlangt werden.

Warum bräunen einige Menschen schneller als andere?

Wie schnell die Haut bräunt und wie braun die Haut wird, hängt von dem vorhandenen Hautfarbstoff Melanin ab. Bei einigen Menschen ist dessen Produktion eingeschränkt (Hauttyp I und II), wodurch beispielweise keine (Hauttyp I) oder nur eine langsame (Hauttyp II) Bräunung erfolgen kann. Dafür tritt schnell entweder immer (Hauttyp I) oder häufig (Hauttyp II) ein Sonnenbrand auf. Hauttyp III und IV weisen eine normale Produktion des Hautfarbstoffs Melanin auf und können bräunen. Sonnenbrände treten bei normaler Besonnung der Haut manchmal oder eher selten auf.

Ist es sinnvoll, sich vor dem Urlaub im Solarium "vorzubräunen"?

Nein. Für den Aufbau des UV-Eigenschutzes der Haut ist nicht nur UV-A-Strahlung, sondern in ausreichendem Maß auch UV-B-Strahlung notwendig. Mit Solarien, die überwiegend oder ausschließlich UV-A-Strahlung abgeben, ist daher trotz Bräunung keine wesentliche Vermin-derung der Sonnenbrandempfindlichkeit zu erreichen. Selbst wer also mit Hilfe des Solariums gebräunt in den Urlaub fährt, ist vor Sonnenbrand nicht ausreichend geschützt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Auch gebräunte Haut bietet keinen Schutz vor Erbgutschäden. Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, besteht trotzdem und wird durch den Solarienbesuch weiter erhöht.

Welche Medikamente steigern die Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung?

Einige Wirkstoffe können die Lichtempfindlichkeit der Haut steigern oder lichtbedingte Aller-gien auslösen. Da es eine Vielzahl von Medikamenten gibt, die solche Wirkstoffe enthalten, und immer wieder neue Medikamente auf den Markt kommen, sollten Menschen, die Medikamente einnehmen, vor dem Sonnenbaden den behandelnden Arzt hierzu befragen. Beispiele solcher Medikamente sind unter anderem Antibiotika oder die Antibabypille.

Hat UV-Strahlung auch positive Wirkungen?

Durch UV-Strahlung kann der Körper das von ihm benötigte Vitamin D3 bilden. Dies ist die einzige nachgewiesene positive Wirkung der UV-Strahlung. Dieser Prozess wird ausschließ-lich durch UV-B-Strahlung ausgelöst, deren Anteil im Solarium verglichen mit natürlichem Sonnenlicht gering ist. Ein fachübergreifender wissenschaftlicher Diskurs, der vom Bundesamt für Strahlenschutz zusammen mit dem UV-Schutz-Bündnis durchgeführt wurde, führte zu der wissenschaftlich fundierten Empfehlungen, dass es für eine ausreichende Vitamin-D-Synthese genügt, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz zwei- bis dreimal pro Woche der Hälfte der minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis (0,5 MED) auszusetzen, also der Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Beispielsweise bedeutet dies für Menschen mit Hauttyp II bei hohen sonnenbrandwirksamen UV- Bestrahlungsintensitäten (UV-Index 7) eine theoretische und rein rechnerisch abgeleitete Bestrahlungszeit von circa 12 Minuten.

Ist natürliches Sonnenlicht genauso gefährlich wie UV-Strahlung in einem Solarium?

Die Wirkung der natürlichen UV-Strahlung der Sonne unterscheidet sich in nichts von der Wirkung künstlich erzeugter UV-Strahlung wie beispielsweise in Solarien. UV-Strahlung jeglicher Herkunft kann Ursache für sofort auftretende Schädigungen sein, wie beispielsweise Sonnenbrand oder an den Augen von Binde- und Hornhautentzündungen, und Folgeschäden wie vorzeitige Hautalterung, Grauer Star (Linsentrübung) und Krebserkrankungen der Haut und an den Augen. Entsprechend ist ein bewusster Umgang mit natürlicher wie künstlicher UV-Strahlung unerlässlich. Es gilt: wer sich UV-Strahlung in Maßen aussetzt und dabei den Schutz der Haut und der Augen nicht vernachlässigt, braucht die schädlichen Wirkungen der UV-Strahlung nicht zu fürchten. Natürliche UV-Strahlung ist den Bedürfnissen des Menschen allerdings besser angepasst als künstlich erzeugte UV-Strahlung.

Welche Gefahr droht bei der Nutzung von Solarien?

Sowohl durch die natürliche UV-Strahlung der Sonne wie auch durch künstlich erzeugte UV-Strahlung durch Solarien bestehen gesundheitliche Risiken. Neben den akut auftretenden Schädigungen der Haut wie Sonnenbrand ist UV-Strahlung Hauptursache für Hautkrebs. UV-Strahlung wird von der Weltgesundheitsorganisation in die Gruppe der am stärksten krebserregenden Stoffe eingeordnet. Jährlich erkranken um die 300.000 Menschen in Deutschland an Hautkrebs, mit steigender Tendenz. Die Zahl der Hautkrebserkrankungen verdoppelt sich alle zehn bis 15 Jahre. Für rund 4000 Menschen jährlich verläuft die Krankheit in Deutschland tödlich. Außerdem fördert UV-Strahlung die Hautalterung. Schließlich kann UV-Strahlung Augenerkrankungen wie Hornhautentzündungen und grauen Star auslösen.

Was sind Solarien?

Solarien sind UV-Bestrahlungsgeräte, die zur kosmetischen Bestrahlung der Haut genutzt werden. Sonnenstudios sind Betriebe der gewerblichen Anwendung von Solarien zu rein kosmetischen Zwecken.

Wie erfahre ich mehr über die Qualität von Sonnenstudios?

Solarienbetreiber haben die Regelungen des seit 2009 geltenden Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSG) und der seit 2012 geltenden UV-Schutz-Verordnung einzuhalten. Die Verordnung regelt Anforderungen wie zum Beispiel die maximale Bestrahlungsstärke von Solarien. Ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden, kann mithilfe des Solarien-Checks überprüft werden.