Natürlicher Klimaschutz

Was ist Natürlicher Klimaschutz?

Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer, Grünflächen in der Stadt und auf dem Land – all diese Ökosysteme sind natürliche Klimaschützer. Sie können Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden und langfristig speichern – wenn sie gesund, also ökologisch intakt, sind. Eben diese Ökosysteme können jedoch auch zur Quelle von Treibausgasemissionen werden, wenn sie in ihrer Funktion gestört, also degradiert sind. Grund dafür kann die intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung sein, oder auch die Folgen der Klimakrise, zum Beispiel übermäßige Trockenheit. Dann wiederum setzen sie den in ihnen gebundenen Kohlenstoff frei – und verstärken damit die Klimakrise.

Gesunde Ökosysteme bieten außerdem Lebensraum und Nahrung für Pflanzen und Tiere. Sie sind damit essentiell für den Kampf gegen das Artenaussterben und die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Die Artenvielfalt ist Voraussetzung für fruchtbare Böden oder die Bestäubung zur Erzeugung unserer Nahrungsmittel, für saubere Flüsse und Trinkwasser und eine reine Luft.

Gesunde Ökosysteme können gleichzeitig zur Vorsorge gegen die Folgen der Klimakrise beitragen – auch das nur, wenn sie ökologisch intakt sind. Gesunde Böden zum Beispiel speichern Wasser und regulieren den Wasserhaushalt. Intakte Auen dienen dem Rückhalt von Wasser und tragen so zum Hochwasserschutz bei. Je besser ihr ökologischer Zustand, desto widerstandsfähigerer sind sie gegenüber Extremwetterereignissen, wie Trockenheit oder Starkregen und desto mehr können sie zu unserem Schutz beitragen.

An dieser Schnittstelle – Klimaschutz, Erhalt der biologischen Vielfalt und Vorsorge gegen die Klimakrise – setzt der Natürliche Klimaschutz an. Er betrachtet Maßnahmen nicht isoliert, sondern nutzt gezielt Synergien zwischen Klima- und Naturschutz und schafft Win-Win-Situationen. Er nimmt Wirkungszusammenhänge in den Blick, zum Beispiel die Vorteile eines naturnahen Wasserhaushalts für die mit ihm verbundenen Ökosysteme. Der Natürliche Klimaschutz umfasst Maßnahmen zum unmittelbaren Schutz, zur Stärkung und zur Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme. Er schafft außerdem die dafür notwendigen Voraussetzungen: von der Erfassung des Zustands der Ökosysteme, über die Ursachen von Degradation, der Entwicklung geeigneter Gegenmaßnahmen bis hin zu deren dauerhaften Anwendung und der Vermeidung von Verlagerungseffekten mit umwelt- und klimaschädlichen Folgen in anderen Bereichen.

Steffi Lemke zum Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz