Klimaschutzberichterstattung

Aktuell

Nationaler Inventarbericht 2021 zum Deutschen Treibhausgasinventar 1990 bis 2019

Nach den jüngsten offiziellen Emissionsdaten für das Jahr 2019 lagen die klimaschädlichen Emissionen in Deutschland zuletzt 35,1 Prozent unter dem Niveau von 1990, dem internationalen Basisjahr. Die aktuellen Zahlen wurden entsprechend der aktualisierten methodischen Vorgaben für die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls (2013 bis 2020) ermittelt.

Danach lagen die klimaschädlichen Emissionen bei etwa 810 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO<sub>2</sub>Äq) und damit knapp 440 Millionen Tonnen niedriger als 1990 (1251 Millionen Tonnen). Das ist eine Reduktion um 46 Millionen Tonnen beziehungsweise 5,4 Prozent gegenüber 2018 und 35,1 Prozent gegenüber 1990. 

Den deutlichsten Rückgang gab es in der Energiewirtschaft: Hier gingen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 49,6 Millionen Tonnen (Minus 16,6 Prozent) zurück. Gründe für diese Entwicklung sind die erfolgreiche Reform des europäischen Emissionshandels, der niedrige Gaspreis, der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie die Abschaltung erster Kohlekraftwerksblöcke.

Im Verkehrssektor stiegen die Emissionen um 1,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (Plus 1,0 Prozent) gegenüber dem Vorjahr 2018. Die Entwicklung wird hier insbesondere vom Straßenverkehr getrieben.

In der Industrie gingen die Emissionen zurück. Die Emissionen im verarbeitenden Gewerbe sanken um 1,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten und die der Industrieprozesse 1,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. 

In der Landwirtschaft sanken die Emissionen um 0,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten und lagen in 2019 bei 61,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Mit einem Anteil von knapp 88 Prozent machte auch in 2019 Kohlendioxid - größtenteils aus der Verbrennung fossiler Energieträger - den weit überwiegenden Teil der Treibhausgasemissionen aus. Da für die weiteren Treibhausgase seit 1990 beziehungsweise 1995 meist deutlichere Rückgänge zu verzeichnen sind, ist der relative Anteil der CO2-Emissionen an den Gesamt-Treibhausgasemissionen seitdem um knapp 3,5 Prozentpunkte gestiegen.

Gegenüber 1990 belaufen sich die Emissionsminderungen für die mengenmäßig dominierenden Treibhausgase Kohlendioxid, Methan und Lachgas (alle ohne LULUCF) dabei auf 32,4 (CO2), 58,2 (CH4) beziehungsweise 45,9 Prozent (N2O). Bei den so genannten F-Gasen, die insgesamt nur etwa 1,7 Prozent der Treibhausgasemissionen verursachen, verläuft die Entwicklung dagegen weniger einheitlich: In Abhängigkeit von der Einführung neuer Technologien sowie der Verwendung dieser Stoffe als Substitute sanken die SF6- beziehungsweise FKW-Emissionen seit 1995 stark, wohingegen die H-FKW-Emissionen seitdem deutlich anstiegen. Die Emissionen des fluorierten Gases Stickstofftrifluorid (NF3) sind von der Menge her irrelevant, steigen aber seit 1995 stark an.

Klimarahmenkonvention der UN & Kyoto-Protokoll

Als Vertragsstaat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) ist Deutschland seit 1994 dazu verpflichtet, Inventare zu nationalen Treibhausgasemissionen zu erstellen, zu veröffentlichen und regelmäßig fortzuschreiben. Mit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls im Februar 2005 ist die internationale Staatengemeinschaft erstmals verpflichtet, verbindliche Handlungsziele und Umsetzungsinstrumente für den globalen Klimaschutz zu realisieren. Hieraus ergeben sich sehr weit reichende Verpflichtungen für die Erstellung, die Berichterstattung und die Überprüfung von Emissionsinventaren. Durch die europäische Umsetzung des Kyoto-Protokolls mit der Verabschiedung der EU-Entscheidung 280/20041 sind diese Anforderungen im Frühjahr 2004 für Deutschland rechtsverbindlich geworden. Gemäß Entscheidung 3/CP.5 müssen alle im ANNEX I der Klimarahmenkonvention aufgeführten Staaten jährlich einen Nationalen Inventarbericht (National Inventory Report, NIR) erstellen und übermitteln, der detaillierte und vollständige Angaben über den gesamten Prozess der Erstellung der Treibhausgasinventare bereitstellt. Durch diesen Bericht soll die Transparenz, Konsistenz und Vergleichbarkeit der Inventare sichergestellt und der unabhängige Überprüfungsprozess unterstützt werden. Das Sekretariat der Klimarahmenkonvention hat die Vorlage des Inventarberichts zur Voraussetzung für die Durchführung der vereinbarten Inventarüberprüfungen gemacht.

Gemäß der Entscheidung 15/CMP.1 müssen alle im ANNEX I der Klimarahmenkonvention aufgeführten Staaten, die auch Mitgliedsstaaten des Kyoto-Protokolls sind, ab dem Jahr 2010 jährliche Inventare vorlegen, um die flexiblen Mechanismen nach Artikel 6, 12 und 17 des Kyoto-Protokolls in Anspruch nehmen zu können.

Überblick

Den Fortschritt bei der Treibhausgasreduktion oder auch beim Ausbau der Erneuerbaren Energien oder Energieeffizienz bewerten zu können, macht eine kontinuierliche Berichterstattung notwendig. Dies wird auch im Rahmen von internationalen Abkommen wie der Klimarahmenkonvention gefordert. Im Folgenden sind die wichtigsten Berichte zur Klimaberichterstattung aufgelistet: Nationalbericht und zwei-jähriger Bericht.

Als Vertragspartei der Klimarahmenkonvention legt Deutschland alle vier Jahre einen Nationalbericht vor, welcher die nationalen Treibhausgasemissionstrends, nationale Maßnahmen zum Klimaschutz sowie deren Auswirkungen beschreibt. Er dient zur Information der Vertragsstaatenkonferenz über die Umsetzung der deutschen Klimaschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit sozioökonomischen, politischen und legislativen Rahmenbedingungen. Seit 2014 wird zudem, ebenfalls unter der Klimarahmenkonvention, ein Zweijähriger Bericht erstellt. Dieser stellt die nationalen Treibhausgasemissionstrends, den Stand zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele sowie zukünftige Projektionen dar. Dabei greift er auf andere Berichte zur Klimaberichterstattung wie den Inventarbericht und den Projektionsbericht zurück, und fasst deren wichtigsten quantitativen Inhalte zusammen. Ein Kapitel widmet sich außerdem der Unterstützung von Entwicklungsländern in bilateralen, klimarelevanten Projekten.

Nationalbericht und zwei-jähriger Bericht

Als Vertragspartei der Klimarahmenkonvention legt Deutschland alle vier Jahre einen Nationalbericht vor, welcher die nationalen Treibhausgasemissionstrends, nationale Maßnahmen zum Klimaschutz sowie deren Auswirkungen beschreibt. Er dient zur Information der Vertragsstaatenkonferenz über die Umsetzung der deutschen Klimaschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit sozioökonomischen, politischen und legislativen Rahmenbedingungen. Seit 2014 wird zudem, ebenfalls unter der Klimarahmenkonvention, ein zwei-jähriger Bericht erstellt. Dieser stellt die nationalen Treibhausgasemissionstrends, den Stand zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele sowie zukünftige Projektionen dar. Dabei greift er auf andere Berichte zur Klimaberichterstattung wie den Inventarbericht und den Projektionsbericht zurück, und fasst deren wichtigsten quantitativen Inhalte zusammen. Ein Kapitel widmet sich außerdem der Unterstützung von Entwicklungsländern in bilateralen, klimarelevanten Projekten.

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Inventarbericht und Monitoring-Bericht

Jedes Jahr wird vom Umweltbundesamt ein Inventarbericht erstellt, welcher die deutschlandweiten Treibhausgasemissionen berechnet und aufschlüsselt. Mit diesem Bericht wird der Pflicht zur Erstellung und Veröffentlichung nationaler Treibhausgasinventare unter der Klimarahmenkonvention und dem Kyoto-Protokoll nachgekommen. Der Inventarbericht listet die gesamten Emissionen von 1990 bis zwei Jahre vor dem Jahr der Veröffentlichung auf. Im Herbst 2011 hat die damalige Bundesregierung außerdem einen laufenden Monitoring-Prozess zur Energiewende beschlossen. Auf dieser Grundlage wird jedes Jahr ein Monitoring-Bericht "Energie der Zukunft" zum aktuellen Stand der Energiewende in Bezug auf Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit veröffentlicht. Die Monitoringberichte werden vom BMUB und BMWi gemeinsam erstellt.

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Emissionen unter dem EU-Emissionshandel

Auch für den EU-Emissionshandel ist es notwendig, dass eine jährliche Berichterstattung über die zum Emissionshandel notwendigen Daten gewährleistet ist. Das Umweltbundesamt erstellt daher zusammen mit der deutschen Emissionshandelsstelle jedes Jahr den sogenannten VET-Bericht ("Verified Emissions Table"), welcher die Emissionen die unter den EU-Emissionshandel fallen auflistet.

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Projektionsbericht

Um die zukünftige Entwicklung der Treibhausgasemissionen zu bestimmen, müssen die Mitgliedstaaten der Europäischen Union regelmäßig Projektionsberichte erstellen. Darin werden verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen politischen Klimaschutzmaßnahmen modelliert und deren potentielle Wirkung auf die zukünftigen Emissionen ermittelt. Die Berichte dienen so der Orientierung für die Klimapolitik, und zeigen auf, ob und wo noch Handlungsbedarf besteht um Reduktionsziele zu erreichen.

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