Mikroplastik in Lebensmitteln

Nach derzeitigem Stand des Wissens gehen die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit und das Bundesinstitut für Risikobewertung davon aus, dass von Mikroplastikpartikeln in Lebensmitteln keine gesundheitlichen Risiken für den Menschen ausgehen. Auch die Weltgesundheitsorganisation geht derzeit davon aus, dass Mikroplastik im Trinkwasser kein gesundheitliches Risiko darstellt. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Mikroplastikpartikel zum ganz überwiegenden Teil vom Körper wieder ausgeschieden werden. Für eine abschließende Risikobewertung von Mikroplastikpartikeln in Lebensmitteln bedarf es jedoch weiterer Forschung und dazu der Erhebung von verlässlichen Daten. Sofern Mikroplastikpartikel als Träger für Schadstoffe in Betracht kommen, greifen für zahlreiche Schadstoffe die rechtlich verbindlichen EU- Höchstgehalte beziehungsweise nationalen Höchstgehalte für Rückstände und Kontaminanten. Bei einer Überschreitung dieser Höchstgehalte sind entsprechende Lebensmittel nicht verkehrsfähig.

In der Literatur sind Nachweise von Mikroplastikpartikel in einigen Lebensmitteln, wie Salz, Muscheln und Getränken, beschrieben worden. Routinemäßige Untersuchungen der für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Landesbehörden sowie von der Lebensmittelwirtschaft in Auftrag gegebenen Untersuchungen zum Nachweis von Mikroplastik in Lebensmitteln weisen nicht auf ein vermehrtes Vorkommen hin. Die Eintragspfade von Mikroplastikpartikel in Lebensmittel können vielfältig sein, wobei über die Zusammensetzung, die Partikelgröße und die Menge keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen. Unter Umständen ist der Mensch aber durch den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten betroffen, da für diese Organismen die Aufnahme von Mikroplastikpartikeln beschrieben wurde. Mikroplastikpartikel werden in erster Linie im Verdauungstragt von Fischen beschrieben. Derzeit liegen keine Informationen vor, die darauf hinweisen, dass Mikroplastikpartikel im Muskelfleisch, also dem üblicherweise essbaren Anteil von Fischen, vorkommen. Ob der Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten zu einer signifikanten Aufnahme durch den Verzehr beitragen kann ist gegenwärtig ungeklärt. Hierzu besteht weiterer Forschungsbedarf.

Derzeit laufen Forschungsvorhaben und Gutachten unter anderem bei verschiedenen Ressortforschungseinrichtungen des Bundes wie Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Bundesinstitut für Risikobewertung und Umweltbundesamt zum Vorkommen von Mikroplastikpartikeln in der marinen Umwelt und den Effekten von Mikroplastik auf Meerestiere und damit zum Übergang in Lebensmittel marinen Ursprungs. Die Ressortforschungseinrichtungen sind zudem damit befasst, validierte analytische Nachweismethoden für die verschiedenen Matrices wie Wasser, Boden, Luft oder Lebensmittel, in denen Kunststoffe und Mikroplastik vorkommen kann, zu entwickeln.