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12.10.2021

Rede von Svenja Schulze auf der 15. Weltnaturkonferenz in Kunming

11.10.2021 | Naturschutz/Biologische Vielfalt

Weltnaturkonferenz soll Naturzerstörung stoppen

Auftakt zu Verhandlungen für neue globale Vereinbarung

Weltnaturkonferenz soll Naturzerstörung stoppen
Bundesumweltministerin Svenja Schulze hielt eine Rede zum Thema "Putting Biodiversity on a Path to Recovery".

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrter Herr Vize Minister Zhao,
sehr geehrte Ministerin Fouad,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Organisation dieses hochrangigen Ministersegments. Es ist ein gutes und wichtiges Signal, dass wir die 15. Vertragsstaatenkonferenz der CBD nun endlich eröffnen können.

Die Zeit drängt, denn wir verlieren die biologische Vielfalt in besorgniserregendem Umfang und Geschwindigkeit. Gemeinsam wollen wir dem ein „Stoppschild“ setzen und den Trend umkehren. Dafür brauchen wir einen anspruchsvollen, neuen globalen Rahmen für die biologische Vielfalt.

Meine drei Prioritäten dafür:

  1. anspruchsvolle und konkrete Ziele,
  2. die Sicherheit, dass diese Ziele auch umgesetzt werden
  3. und das Mainstreaming von Biodiversität in alle Politik- und Wirtschaftsbereiche.

Was heißt das konkret?

Erstens, der neue Biodiversitätsrahmen muss anspruchsvolle Ziele und wirksame Maßnahmen für den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen beinhalten. Diese Ziele sollten möglichst konkret formuliert sein, damit wir auch überprüfen können, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Wichtig ist mir zum Beispiel das Ziel, bis 2030 30 Prozent von Land und Meer zu schützen.

Zweitens, der neue Biodiversitätsrahmen muss wirksamere und entschiedenere Umsetzungsmechanismen auf allen Ebenen verankern. Diesmal dürfen die Ziele keine leeren Versprechungen bleiben. Das bedeutet: eine Pflicht zur Übersetzung der globale Ziele in nationale Strategien, ein effektives Monitoring, effiziente Berichterstattung und eine stärkere Begutachtung der Erfolge und Lücken.

In Deutschland überarbeiten wir daher unsere Nationale Biodiversitätsstrategie. Sie wird sich am neuen globalen Biodiversitätsrahmen orientieren und dazu dienen, die globalen Ziele bei uns im Land ambitioniert umzusetzen.

Und drittens möchte ich das Mainstreaming von Biodiversität in alle Bereiche von Politik und Wirtschaft hervorheben. Naturschutz darf nicht länger allein Sache der Umweltministerinnen und Umweltminister sein. Das gilt auch für die coronabedingten Konjunkturprogramme. Mindestens ebenso wichtig: Fördergelder und Subventionen, die zur Naturzerstörung beitragen, müssen abgebaut werden. Der neue globale Rahmen muss die notwendigen Leitplanken für wirtschaftliches Handeln und eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung gegenüber der Natur setzen.

Unser Aktionsprogramm Insektenschutz ist hierfür ein gutes Beispiel – denn der Schutz von Bestäubern und anderen Insekten ist sowohl wichtig für die Natur, als auch für andere Bereiche wie die Landwirtschaft. Die Bestäubungsleistungen sind nicht zuletzt auch ökonomisch überaus bedeutsam.

Die nächsten Monate werden entscheidend sein, ob es uns gelingen wird, dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Stoppschild zu setzen. Wir müssen die Zeit bis zum zweiten Teil der COP 15 gut nutzen, um offene Fragen zum globalen Rahmen in einem konstruktiven Dialog zu lösen.

Lassen Sie uns gemeinsam für einen erfolgreichen Abschluss des neuen Rahmenwerkes und seine engagierte Umsetzung kämpfen und damit die Biodiversität gemeinsam auf einen Pfad zur Wiederherstellung bringen.

Vielen Dank.

12.10.2021 | Rede Naturschutz/Biologische Vielfalt | Kunming (China)