Eignung des Rufverhaltens des Krallenfroschs als Endpunkt für die Erfassung der Effekte hormonell wirkender Stoffe auf aquatische Ökosysteme

Stoffliche Risiken

Projektlaufzeit
07.2013 - 04.2016

Forschungskennzahl
3713 65 412

Ziel dieses Projektes war es herauszufinden, ob der Endpunkt "Rufverhalten Südafrikanischer Krallenfrösche (Xenopus laevis)" als valider Endpunkt für die Detektion und Beurteilung (anti)androgen und (anti)östrogen wirksamer endokriner Disruptoren (ED) im Rahmen der Umweltrisikobewertung herangezogen werden kann. In früheren Studien konnte gezeigt werden, dass männliche X. laevis ihr Rufverhalten während einer semi-statischen Exposition gegenüber ED verändern und zwar so spezifisch, dass alle Substanzen nach ihren Wirkmechanismen klassifiziert und in umweltrelevanten Konzentrationen nachgewiesen werden konnten. Um das Projektziel zu erreichen, wurde die semi-statische Testmethode an eine standardisierte Versuchsdurchführung in einem Durchflusssystem angepasst. Darüber hinaus wurden weitere Chemikalien mit (anti)androgener und (anti)östrogener Wirkungsweise getestet, um sicherzustellen, dass die spezifischen Veränderungen im Rufverhalten generell durch solche Substanzen ausgelöst werden. Ferner wurden die Auswirkungen einer Exposition mit sogenannten Negativsubstanzen untersucht, welche selbst keine (anti)androgene und (anti)östrogene Wirkungsweise innehaben, um gewährleisten zu können, dass die Veränderungen im Rufverhalten der Frösche tatsächlich ED-spezifisch sind. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die neue, nicht-invasive Methode erfolgreich in einem Durchflusssystem durchgeführt werden und folglich als effektiver Biomarker für den Nachweis und die Beurteilung (anti)androgener und (anti)östrogener ED verwendet werden kann. Eine Exposition gegenüber Negativsubstanzen resultierte nicht in ED-spezifischen Effekten. Allerdings scheint die XENOCALL-Methode im Durchfluss weniger sensitiv zu sein als im semi-statischen System. Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass eine Exposition gegenüber ED-Gemischen, aber auch gegenüber einzelnen ED zu starken Effekten im Ruf- und Umklammerungsverhalten der männlichen Frösche führen kann, welche mit einem reduzierten reproduktiven Erfolg exponierter Tiere einhergehen. Solche ED-Kontaminationen könnten somit sogar zum globalen Amphibiensterben beitragen

https://www.bmuv.de/FB358

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